USC zeigt gegen Zukunft verlorengegangen geglaubte Tugenden und siegt verdient mit 6:1

Von Marko Epperlein.

Der 16. Spieltag der Stadtoberliga sollte für unseren USC ein Wegweisender sein. Nach 4 Niederlagen und einem mageren Punkt in den letzten 5 Spielen zeigte der Trend klar nach unten und es war Zeit, den Fans und dem Trainerteam zu beweisen, dass man den USC nicht nur auf dem Trikot, sondern auch im Herzen trägt. Was hätte also passender sein, als die Zukunft mit einem Sieg gegen Zukunft in entsprechende Bahnen zu lenken und gleichzeitig unserem Chefcoach Mario ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk zu machen?

Im Vergleich zur Vorwoche konnte der USC wieder auf zwei Stammkräfte in der Defensive zurückgreifen, weshalb der Blick in die Glaskugel den einen oder anderen Gegentreffer weniger als in den vergangenen Partien zu verheißen schien. Unsere Jungs liefen an diesem verregneten Samstag in den gewohnten orangefarbenen Trikots auf, nachdem auch zuletzt die All-Black-Montur kein Glück gebracht hat. Gerüchte brodeln, dass die Mitspieler untereinander etwas erschrecken, sobald Sie den Namen des Hauptsponsors auf der Brust zu Gesicht bekommen und anschließend nachweislich eingeschüchtert über den Platz schleichen…

Der USC begann engagiert und drückte den Gegner bereits vom Anstoß weg in die eigene Hälfte. Ein Freistoß von links durch Francois konnte in der 3. Minute durch Zukunft nicht konsequent im Strafraum geklärt werden. Das entstehende Durcheinander nutze Dawoud freistehend mit einem Abstauber zur 1:0 Führung. Viele der mitgereisten Fans hatten sofort ein Deja Vu – sind wir doch letzte Woche ähnlich früh in Führung gegangen und haben prompt dem Ausgleich bekommen. Es schien, als ob unserer Elf Ähnliches durch den Kopf gegangen ist, weshalb man sich diszipliniert auf die Verteidigungsqualitäten besann und nicht mit dem Kopf durch die Wand spielte.

Mittels einer kontrollierten Offensive wurde trotzdem konstant Druck auf die gegnerischen Reihen aufgebaut, so dass es auch in der Folgezeit zu mehreren aussichtsreichen Chancen für den USC kam. So wurde in der 20. Minute über rechts schön freigespielt. Seine Hereingabe verpasste Kevin im Fünfer nur knapp und der Ball wird zur Ecke geklärt. Die bringt dann tatsächlich fast das 2:0, jedoch bekommt Kevin beim Kopfball nicht genug Druck hinter den Ball, so dass der Keeper letztendlich keine Probleme hat, den Ball herunter zu pflücken. 10 Minuten später kombinieren sich Julian und Francois schön über die linke Seite. Die Hereingabe von Francois erreicht wiederum Kevin, der mit einem Kopfball-Aufsetzer wiederholt an Torhüter und Pfosten scheitert.

Unmittelbar vor der Halbzeitpause dachten sich unsere Jungs, den Gegner zum Tänzchen im eigenen Strafraum einzuladen. Holger und Francois führten ein Duett um den Ball herum auf, für das Joachim Lllambi bei Let’s Dance garantiert die Höchstpunktzahl gegeben hätte. Nur doof, dass sich beide letztlich im Gleichschritt vom Ball wegbewegt haben, und dieser einschussbereit 1 m vor dem Tor liegen blieb. Kurz bevor jedoch ein Zukunft-Spieler netzen konnte, erinnerte sich Holger, dass er Fußballschuhe statt Ballerinas anhatte und klärte den Ball im letzten Augenblick zur Ecke. Nichts passiert, Mund abwischen, Pause.

Zukunft kam mit zwei Wechseln und deutlich mehr Elan aus der Kabine. Es wurde schnell ersichtlich, dass man versuchte, in den zweiten 45 Minuten ein Übergewicht auf den Außenbahnen zu erlangen. So war es mehr als folglich, dass in der 50. Minute ein Vorstoß über unsere verwaiste linke Seite zum 1:1 führte. Der Schuss von fast der Grundlinie war mehr eine scharfe Hereingabe , die von Micha jedoch unglücklich in die eigenen Maschen gelenkt wurde. Anschließend geht das Spiel hoch und runter, zwingende Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Die Zielstrebigkeit im Spielaufbau baute in den weiteren Minuten zusehends ab, so dass sich das USC-Trainerteam gezwungen sah, mit der Hereinnahme von Christian und Ahmed nochmals neue Impulse zu setzen. Der Wechsel schien sich in der 69. Minute sofort bezahlt zu machen, als Christian eine Volleyabnahme an der Strafraumkannte an die Unterkante des Querbalkens donnerte und von da aus auf die Torlinie sprang. Durch den Regen gab es anscheinend einen Ausfall der Torlinientechnologie, so dass der Schiri kein Signal an seine Armbanduhr erhielt. Es blieb beim 1:1. Jedoch nicht lange. Die aus der Chance resultierende Ecke wird von Zukunft nicht entschieden genug geklärt, so dass die Kugel in ca. 20m Torentfernung halblinks Julian vor die Füße fällt. Der fackelt nicht lange und knallt das Leder in Schallgeschwindigkeit in die Maschen. 2:1.

Zukunft schien durch Julians Sonntagsschuss einen echten Wirkungstreffer erhalten zu haben. Der USC konnte sich dadurch wieder in der gegnerischen Hälfte festsetzen und einen Freistoß in ca. 20. Torentfernung erzwingen (74. Minute). Francois bringt die Flanke flach scharf in den Fünfer – vorbei an Freund und Feind. Nur nicht am Schienbein des am langen Pfosten stehenden Verteidigers von Zukunft, von dem der Ball unhaltbar zum 3:1 abprallt.

Nun war die Moral der Heimmannschaft endgültig gebrochen, so dass sich der USC wie in alten Zeiten ansehnlich durch die gegnerischen Reihen kombinieren konnte. Goldrichtig stand binnen zwei Minuten zweimal Kevin, der bis dahin dem Spiel nicht so richtig seinen Stempel aufdrücken konnte. In der 70. Minute erhält Tim zentral den Ball nach einer einstudiert anmutenden Kombination zwischen Philipp und Ahmed. Kevin braucht dann nicht lange auf das Zuspiel zu warten und verwandelt nach gekonnter Drehung unhaltbar oben links. 

Angesteckt von der plötzlichen Laufbereitschaft seiner Kollegen tankt sich Christian unmittelbar nach dem 4:1 sehenswert über links durch und bringt den Ball scharf in den Sechzehner. Tim verpasst – gewollt oder aus Versehen – und ermöglicht damit Kevin den Abschluss mittels Seitfallzieher zum 5:1. 

Die Tränen der gegnerischen Verteidigung waren noch nicht ganz getrocknet, als der Ball nach starker Kombination zwischen Philipp und Ahmed zu Francois gelangt. Der überlegt kurz, wie das kurz vorher Julian gemacht hat, und zieht einfach mal mit links ab – zum 6:1 ins lange Eck.

Die letzten Minuten plätscherte das Spiel noch etwas dahin, so dass der Schiedsrichter auch in Anbetracht des Spielstandes keinen Anlass für eine Nachspielzeit sah und pünktlich abpfiff.

Der Sieg ist letztendlich auch in der Höhe völlig verdient und beschert damit auch unserem Mario das schönste Geschenk für die anschließende Geburtstagsfeier.
Nach einer langen Durststrecke konnte der USC wieder einmal zeigen, dass er sich in der ersten Saisonhälfte nicht ganz grundlos einen festen Platz im ersten Tabellendrittel erarbeitet hat. An diese couragierte Leistung gilt es mit dem wiedererlangten Selbstbewusstsein in den folgenden Spielen anzuknüpfen. Sport frei!

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